Die White Star Line war die Reederei, die den Bau der Titanic beauftragt und die das Schiff dann betrieben hat. Sitz der Reederei war in Großbritannien.

Diese Reederei konnte bereits 1912 auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Um die Jahrhundertwende war sie eine der größten Reedereien der Welt. 1902 wurde sie von einem amerikanischen Multimillionär übernommen, in dessen Reedereientrust IMM eingegliedert und kam damit in amerikanischen Besitz. Die Schiffe der Reederei führten allerdings weiter die britische Flagge am Heck und waren in Großbritannien registriert. Damit konnte die britische Regierung im Kriegsfall auf die Schiffe der White Star Line zurückgreifen. – Grund für die Registrierung der Schiffe in Großbritannien auch nach der Übernahme durch die IMM war, dass Schiffe, die nicht in den USA gebaut wurden, auch dort nicht registriert werden durften. (Aussage Joseph Bruce Ismay vor dem britischen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des Untergangs der Titanic.)

Eine Besonderheit ist die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit der White Star Line mit der Werft Harland & Wolff in Belfast. Fast alle Schiffe der White Star Line wurden von Harland & Wolff gebaut – und dabei galt die “Cost-Plus-Vereinbarung”, d. h. die Werft stellte der Reederei die Baukosten plus einen Aufschlag als Gewinn der Werft in Rechnung.